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Anmelden in Schweden - Bürokratenstadl für Fortgeschrittene

Wer in Schweden eine Immobilie erwirbt oder längere Zeit im Lande (offiziell) leben will, muss hier in irgendeiner Forma erfasst werden. Im Gegensatz zu den deutschsprachigen Ländern werden alle Vorgänge über eine Nummer geregelt (der Name wird da nur „angehangen“).

Es gibt drei Typen von Nummern. 1. die Personennummer („personnummer“, bestimmte Form „Personnummret“, im folgenden PersNr), 2. die „Samordningsnummer“ (SamNr) und 3. die Organisationsnummer (OrgNr).

Die „Personnummer“

Die PersNr steht allen zu, die hier legal länger als ein Jahr leben (werden). Sie wird für so gut wie alles zwingend benötigt.
Das fängt bei der Kontoeröffnung an, geht bei der Arbeitssuche weiter und endet ganz bestimmt nicht beim Abschluss von Telekommunikations- verträgen. Die Nummer besteht aus dem Geburtsdatum und einer vierziffrigen Prüfziffer.

Die „Samordningsnummer“

Die SamNr bekommen alle, die kürzer als ein Jahr
in Schweden leben oder aus anderen Gründen (Immobilienbesitz) verwaltet werden müssen. Sie ist vom „Syntax“ her eine Ableitung der PersNr und wird daher von vielen Dienstleitungsanbietern nicht akzeptiert (weil das System sie als fehlerhaft
einstuft).

Die „Organisationsnummer“

Die OrgNr ist die „PersNr“ juristischer Personen. Wer also hier ein Unternehmen (außer Einzelunternehmer) aufbaut, bekommt für dieses diese Nummer.

So weit, so schlecht. Die SamNr wird in aller Regel im Rahmen des Immobilienerwerbes vom Grundbuchamt (Lantmäteriet) beim Skatteverket, SkV (Finanzamt), das in Schweden das Personenregister führt, beantragt (theoretisch kann man sie auch selber beantragen). Das Ummelden einer Immobilie geht in Schweden sehr schnell, so dass man dann auch diese Nummer hat. Mit der kann man zum Beispiel die Stromlieferung regeln. Hier fangen die Probleme schon an, weil viele Mitarbeiter der Netzbetreiber nicht wissen, wie sie eine SamNr einbuchen sollen. Ähnlich wie in Deutschland kann man sich auch einen billigeren Stromlieferanten suchen (den Netzbetreiber kann man aber nicht wechseln), was man auch tun sollte. Aber viele Stromlieferanten akzeptieren die SamNr nicht. Teilweise, weil man als neuer Hausbesitzer in Schweden keine Kreditgeschichte hat, teilweise, weil diese Nummer vom IT-System nicht angenommen wurde.

Lange Rede, kurzer Sinn: die SamNr bekommt man schnell und unkompliziert. Sie hilft aber im Alltag nur bedingt weiter.

Die OrgNr funktioniert im Alltag besser, weil es IT-technisch keine Probleme gibt. Sie ist aber nur für das Unternehmen anwendbar, nicht für private Fragen.

Wer auf Dauer hier leben will, muss hier registriert („folkbokförd“) sein. Dazu muss man einen Aufenthaltsgrund (Aufenthaltsrecht) für länger als ein Jahr haben. Tja, schön, dass man keine Aufenthaltsgenehmigung mehr braucht…

Probleme für Gewerbetreibende

Mit der PersNr wird hier auch krankenversichert. Das hat sich leider auch bis in die Armenhäuser Europas rumgesprochen, so dass Schlepperbanden Personen aus diesen Regionen hergeschafft haben, sie hier ein Unternehmen registrieren haben lassen und dann Kindergeld etc. brüderlich mit den „Neubürgern“ geteilt haben. 

Daher stellt sich SkV bei der Beurteilung des Aufenthaltsrechts bei Gewerbeanmeldungen queer und fordert Dinge, die es laut den einschlägigen EU-Verträgen (Verbots der Diskriminierung von Gewerbetreibenden aus EU/EES-Ländern) und auch den eigenen Richtlinien nicht fordern darf.

Beispielsweise, dass das Unternehmen schon läuft und dass Kunden und Umsätze nachgewiesen werden müssen. Noch einmal – diese Forderungen sind rechtswidrig und wir helfen allen dabei, diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen!

Neues für Telearbeiter

Seit neuestem kann man auch mit einem Arbeitsvertrag mit einem im Ausland befindlichen Unternehmen ein Aufenthaltsrecht bekommen, wenn aus dem Arbeitsvertrag hervorgeht, dass die Arbeit komplett im Internet ausgeführt wird und ein A1-Sozialversicherungsnachweis beigebracht werden kann. 

Allerdings wird man dann in Schweden voll steuerpflichtig. D.h. 50% Steuern und Sozialabgaben für Einkommen über 2.000 € p.a.. Keine Kinderfreibeträge, kein Ehegattensplitting, voller Steuer- und Abgabesatz auf die meisten Einkommen (auch auf den Immobilienerkauf in Deutschland!). Wer keine schulpflichtigen Kinder hat, sollte sich da die Frage der Anmeldung sehr genau überlegen, zumal wenn man sich weniger als sechs Monate im Jahr in Schweden aufhält. 😊


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